Steinmetz Maier

Vielfalt gekonnt bewältigen

„Im Keramikbereich geht es nicht ohne Wasserstrahl“, glaubt Matthias Maier von der Steinmetzmanufaktur Augsburg, der einen massiv gestiegenen Keramikanteil in den letzten Jahren verzeichnet. Seit er sein Unternehmen im Jahr 2010 von der Grabmalproduktion auf das Küchengeschäft umstrukturierte, haben sich die Materialanteile von Naturstein und Keramik im Betrieb auf ein etwa gleiches Niveau angenähert, zu dem sich noch ein kleiner Anteil Quarz-Komposit-Werkstoff gesellt.

Kunde: Maier Steinmetz GmbH
Stadt: Augsburg
Land: Deutschland

Maier führt dies im Wesentlichen auf die werbliche Förderung der Materialhersteller zurück, die im Fall Cosentino mit Dekton sogar der eigenen Engineered-Stone-Marke Silestone Wettbewerb bereiten. In der Ausstellung der Steinmetz Maier GmbH finden sich daher – neben Natursteinen – Musterdisplays und Kataloge von gleich acht Keramikherstellern, wenngleich laut Matthias Maier der Hauptanteil bei Cosentino und Neolith liegen würde. „Wir versuchen schon, uns zu beschränken“, erläutert der 38-Jährige. „Aber der Markt ist so brutal gewachsen, dass es wichtig geworden ist, den Kunden eine breite Farbauswahl bieten zu können.“ In 2019 schaffte Maier folgerichtig eine Intermac-Wasserstrahl-Schneidemaschine Primus 184 an, als vorläufig letzte Maschine. Mit der fünfachsigen Anlage ließ sich der Bruchanteil bei Keramik minimieren. Selbst auf der mit einem massiven Stahlfundament ausgestatteten Drehkopf-Brückensäge Donatoni Echo Twin Table – auf der immer noch sämtliche Platten besäumt werden – hatte es ab und zu Probleme mit den verhältnismäßig spröden und dünnen Keramikplatten gegeben. Dabei würde bei der Maschine nichts anfangen, zu wackeln, wie Intermac Brand Sales Manager (Produktmanager) Andreas Lohse betont. Gerade bei der Keramikbearbeitung sei der Unterschied zwischen einer Maschine in Massivbauweise und einer Monoblock-Maschine entscheidend. Wie Lohse weiter erklärt, würden bei der Donatoni Echo die Führungen permanent im Ölbad laufen; zudem seien die Ritzel schräg verzahnt und somit spielfrei. Dennoch empfiehlt auch Lohse Steinmetzen, die dünne Keramikplatten bearbeiten wollen, zusätzlich die Anschaffung einer Wasserstrahl-Anlage. 

Neue Geschäftsfelder zu Erschließen ist ein langer Weg

Matthias Meier, der 2009 in die Geschäftsführung der Firma eingestiegen war, hatte 2010 den Hallenneubau initiiert und zunächst die 50 Jahre alte Spielvogel-Säge „ins Museum gestellt“ sowie eine einfache Drehkopfsäge plus ein gebrauchtes Intermac-Bearbeitungszentrum Jet T angeschafft. An dem für ein Grabmalgeschäft strategisch gelegenen Standort direkt neben dem Augsburger Westfriedhof hatten zuvor Großvater und Vater Johann Maier, beides Steinmetze einen Grabmalbetrieb geführt. Vor dem Hintergrund der sich wandelnden Bestattungskultur und auch weil der Enkel des Firmengründers nach der abgeschlossenen Meisterschule 2002 „persönlich nicht die nächsten 45 Jahre Grabmale anfertigen wollte“, begann er, sich neue Geschäftsfelder zu erschließen, und arbeitet heute etwa mit Küchenstudios und Küchenbauern der Umgebung zusammen. Allerdings sei dies ein langer Weg gewesen, erinnert sich Maier. Zum einen würden Steinmetze und Küchenbauer nicht gleich ticken, sodass ein „Ich baue ab jetzt für dich Küchen“ die ersten paar Male komplett schiefgehen könne. Zum anderen sei es eine Erfahrung der besonderen Art gewesen, dass Toleranzen in der Küche praktisch nicht vorhanden seien. Mit der Anschaffung eines Proliners vor sieben Jahren und der Entscheidung, einen angestellten Steinmetzmeister komplett für Aufmaße abzustellen, hat Maier dieses Problem umschifft. Und den Aufbau vertrauensvoller Kundenbeziehungen hat er selber übernommen, indem er sich einige Jahre lang selbst um die Akquise kümmerte.

Anwenderberichte Steinmetz Maier: Foto 1

Vor sechs Jahren investierte er in ein neues CNC-Bearbeitungszentrum Intermac Master 33 und blieb mit der Maschinenauswahl seither der Biesse-Gruppe treu. Lediglich die Kantenschleifmaschine ist eine nur fünfköpfige Comandulli Penta. Dank einiger „Tüftler“ unter den Mitarbeitern aber müssen die Diamantpads darauf nicht mehr werkstoffabhängig gewechselt werden. Beim CNC-Bearbeitungszentrum hingegen habe man unterschiedliche Fräser für die verschiedenen Werkstoffe. Und was die Sägeblätter angeht, hätten seine Mitarbeiter und er enorm viele ausprobiert, bis sie mit dem Weramic- Blatt von Weha eine Trennscheibe für die Keramik gefunden hätten, die mit ihrem um einige Millimeter verstärkten Kern auch noch die letzten Restschwingungen der Säge wegnehmen würde, so Matthias Maier. Mindestens ebenso wichtig wie gute Werkzeuge und gute Maschinen seien jedoch auch gute Mitarbeiter, betont Maier. Daher freut er sich derzeit besonders, gleich drei Mitarbeiter nach der Lehre übernehmen zu können: eine Bürokauffrau, einen Naturwerksteinmechaniker und einen Steinmetz. In Augsburg finden sich gleich mehrere Mitglieder der Familie Maier bei Unternehmen im industrialisierten Steinmetzgeschäft: Während Matthias die Steinmetzmanufaktur leitet, führt sein Bruder Stefan die Geschäfte bei Steinmetz Brenner. Und der Bruder des Vaters Johann, Wolfgang Maier, steuert mit seinem Sohn Michael die Firma Natursteine Maier. Für Andreas Lohse besonders erfreulich dabei: Alle drei Betriebe vertrauen auf Maschinen von Donatoni sowie Intermac. Die für ihre Holz- und Kunststoff-Bearbeitungsmaschinen bekannte Biesse- Gruppe verfügt mit der Marke Intermac über einen Technologieführer in der Glasbearbeitung, der sich mit dem Vormarsch der glasähnlichen Keramik zunehmend auch in der Steinbearbeitung etablieren konnte. Mit dem Verbund der Marken Donatoni und Montresor wuchs dann der Fachbereich Stein so stark, dass man sich nach dem Abschied von Handelspartner Weha entschied, ein firmeneigenes Vertriebsnetz in Deutschland zu installieren. Und hier kommt Andreas Lohse ins Spiel: Der 33-Jährige hatte 2004 seine Ausbildung bei Weha begonnen, war dann zwölf Jahre lang mit den verschiedensten Aufgaben betraut – vom Export über den Aufbau der US-Niederlassung bis zur Abteilungsleitung Großmaschinen – und anschließend für vier Jahre in den Landmaschinenvertrieb gewechselt. Anfang 2021 holte ihn die Biesse-Gruppe als Brand Sales Manager (Produktmanager) in die Steinbranche zurück: Seither betreut er deutschland- und österreichweit die Steinkunden von Intermac, Donatoni und Montresor, allerdings nicht allein. Vier Außendienst-Mitarbeiter stehen ihm für den Verkauf sowie den Komplettservice in Deutschland und Österreich als eigenes Team zur Verfügung.

Aus Stein 09/2021. Autor: Michael Spohr

"Der Markt ist so brutal gewachsen, dass es wichtig geworden ist, den Kunden eine breite Farbauswahl bieten zu können.“
Matthias Maier Geschäftsführer
Matthias Maier
Anwenderberichte Steinmetz Maier: Foto 2
Die Intermac Master im Einsatz
Anwenderberichte Steinmetz Maier: Foto 3
Der Doppelwerktisch der Donatoni Echo ermöglicht es, ein Werkstück zu bearbeiten und zugleich ein weiteres zu be- oder entladen
Anwenderberichte Steinmetz Maier: Foto 4
Die Intermac Primus 184 während einem Ausschnitt einer Küchenarbeitsplatte
Anwenderberichte Steinmetz Maier: Foto 5
Anwenderberichte Steinmetz Maier: Foto 6
Andreas Lohse zeigt, wie das Weramic- Blatt mit seinem verstärkten Kern Schwingungen verhindert
Anwenderberichte Steinmetz Maier: Foto 7
Das Finish erfolgt per Hand
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